Fahrt mit modernen Nostalgikern

Fahrt mit modernen Nostalgikern

Besuch ehemaliger RhB-Fahrzeuge

Am 22. November 2025 führte der Verein Dampffreunde RhB zusammen mit der Stiftung Grün & Chrom mit dem Ziel Alp Grüm durch, bei der fast das gesamte Bündnerland durchfahren wurde. Die Reise startete in Chur, von dort ging es anschliessend in Richtung Albulatal. Mit zunehmender Höhe kamen wir dabei dem Schnee immer näher; während von den Wiesen um Chur noch ein sattes, frühherbstliches grün entgegenschien, wirkte die Landschaft mit fortschreitender Fahrt immer mehr wie mit Zucker überzogen. Oberhalb von Bergün, wo der erste Fotohalt anstand, waren wir schliesslich endgültig im Winter angekommen. Das Albulatal mit seinen Dörfern zeigte sich im ersten Schnee, einige Flecken sonnten sich bereits in der sich zaghaft zeigenden Sonne. Die Fahrt ging weiter, durch den Albulatunnel erreichten wir schliesslich das sonnige Oberengadin.
In Pontresina angekommen hiess es für die Reisegemeinschaft erstmal aussteigen - denn um nun den Berninapass erklimmen zu können, stand eine teilweise Änderung der Zugformation an. Dazu gehörte selbstverständlich der Wechsel des Triebfahrzeugs: Die BoBo I 605 liessen wir zusammen mit dem Gepäckwagen D 4205 und einem Personenwagen in Pontresina zurück, ihren Platz übernahm der Goldliner, im Fachjargon ABe 4/4 II 46, mit diesem Triebwagen stiess zudem noch ein Halbgepäckwagen BD zur Zugskomposition, in dessen Gepäckfach die Glühweinbar für die Fahrt auf die Alp Grüm und zurück gezügelt wurde. Während der Umsteigezeit in Pontresina konnten die Gäste noch einem weiteren Spektakel beiwohnen, es zeigte sich nämlich noch die imposante Berninabahn-Dampfschneeschleuder, die an diesem Tag einige Probefahrten absolvierte. Das sechsachsige Dampf-Ungetüm mit seinem rotierenden Schleuderrad wird im nächsten Winter voraussichtlich einige Publikumsfahrten absolvieren.

Kurz vor Bernina Ospizio stand schliesslich der zweite Fotohalt an - die Wolken, die während des Vormittags die Sonne noch verschleiert hatten, waren jetzt vollständig verschwunden, und die im Stile der 1980er-Jahre gehaltene Zugskomposition konnte so bei Kaiserwetter im Neuschnee in Szene gesetzt werden. Einige Minuten später erreichte der Zug schliesslich Alp Grüm - vorläufiger Endpunkt der Reise. Denn nun stand das Mittagessen im Albergo Ristorante Alp Grüm an. Zur Vorspeise gab es einen gemischten Salat, der Hauptgang bestand - was hätte es in diesem Restaurant mit Aussicht durch das ganze Puschlav auch anderes geben können - aus den ortstypischen Pizzoccheri.

Während dem Einnehmen dieses fürstlichen Essens wurde der Zug für die Rückfahrt vorbereitet, gleichzeitig verzog sich aber auch die Sonne bereits hinter die Berge, weshalb die Gäste froh waren, sich nach dem Verlassen des Restaurants bald wieder in den warmen Zug zurückziehen zu können und sich bei Bedarf zusätzlich noch mit einem heissen Glühwein versorgen konnten. Und schon stand wieder die Rückfahrt über die gleiche Strecke an, wobei wir vom Nachmittag bis zum Abend und in die Nacht das Bündnerland in seinen schönsten Stimmungen sahen. Der Zug näherte sich in rascher Fahrt Chur an und fand sich zunehmend von der Nacht eingehüllt wieder, doch im Innern des Zuges herrschte, wie schon den ganzen Tag schon, eine überaus gemütliche Stimmung, die Bar lief auf Hochtouren, es ging ein Glühwein nach dem Andern über den Verkaufstisch. Viel zu schnell ging der Tag schliesslich schon zu Ende, der mit glücklichen Fahrgästen besetzte Zug erreichte den Bahnhof Chur. Mit einem Lächeln auf dem Gesicht verliessen die Fahrgäste den Zug und traten die Heimreise an - was bleibt, sind schöne Fotos und Erinnerungen an einen wunderbaren Tag im Bündnerland. Ein herzlicher Dank gebührt allen Beteiligten, die zum Gelingen dieses Tages beigetragen, darunter den auf der Fahrt beteiligten Helfer:innen, der Rhätischen Bahn und der Albergo Alp Grüm!

Bilder und Text: Luis Tschirren

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